Dienstag, 2. November 2010

Eine Runde Fotos

Hilfe, es wird mal wieder Zeit... Pues, aqui estan:


Yungas:



Mit Chino und Kevin am Pool:





Kathias Hochzeit:






Anna und ich mit unserer Chefin:




Sonntag, 31. Oktober 2010

Volles Programm!

Bevor es wieder so weit kommt, dass ich gar nicht mehr weiß, wo ich anfangn soll zu erzählen, schreibe ich lieber direkt mal!
Dieses Wochenende war mal wieder ziiemlich vollgepackt, aber auch gut :)
Anna und ich hatten zum Glück am Freitag frei, weil unser Projekt sich für das letzte Wochenende einen freien Tag genommen hat!
So haben wir uns erstmal mit unseren bolivianischen Freunden getroffen und dann am Freitag, Zeit genommen für Dinge, die normalerweise auf der Strecke bleiben. Außerdem wurde es krasserweise Zeit für den ersten Zwischenbericht:-O. Tatsächlich ist schon ein Viertel unseres Jahres hier rum und es war irgendwie schwierig die ganzen Erfahrungen und so in 1-2 Seiten zusammenzufassen. Aber ich werde den Bericht vielleicht die Tage mal hier hochladen, falls das nicht den Rahmen sprengt.
Aber jetzt zurück zum Wochenende:
Am Samstag wurde es mal wieder Zeit für eine Runde Volleyball: einer neuer Gegner stand uns bevor: Ninas Obrajes, eines der stärksten Teams der Fundacion!!! Nachdem dann auch kurz (und wenn ich kurz sage, meine ich kurz:D ) vor Beginn des Spiels der letzte Spieler unserer Mannschaft angetrudelt ist, ging es los: den ersten Satz haben wir blöderweise ziemlich klar verloren, dafür aber den 2. gewonnen, was schonmal ein wichtiges Ziel war!! Und dann ging es also in Runde 3, welche sich als Kopf-an-Kopf-Rennen herausstellte. Leider haben wir dann am Ende knapp verloren, aber es hat Spaß gemacht und ich hoffe, dass wir am nächsten Samstag, wo uns gleich zwei Spiele bevorstellen, gewinnen können!! Vamos equipo!!
So, nachdem das Spiel dann vorbei war, ging es auch direkt weiter zur Kirche, in der Kathia, Annas und meine Kollegin, geheiratet hat. Steffi, Toby und ich sind also mit Sportsachen dahingekommen (komischerweise mit als erste, wo wir uns so einen Stress gemacht haben), was ein bisschen peinlich war, aber es hat sich gelohnt. Die Messe war zwar ziemlich kurz und schlecht besucht, aber es war schön! Die Kathia war so hübsch!!
Nachdem Toby, Steffi und ich uns dann zuhause umgezogen haben, ging es weiter zur großen Party, wo die halbe Fundacion sich zusammengefunden hat:D Echt lustig! Wir haben getanzt, unter anderem einen lustigen Volkstanz, versucht uns nicht von den Bolivianern abfüllenzulassen und und und. Und natürlich durften so gewisse Knüller nicht fehlen.
1. Wenn man dem Brautpaar gratulieren und die Geschenke abgeben will, muss man erstmal die Runde machen: Eltern des Manns, Eltern der Frau und dann natürlich das Brautpaar. Und bei der ersten Runde Küsschen geben, streut man allen Blumen auf die Haare. Dann gehts ans trinken: Zuerst 2 Pinnchen mit irgendeinem süßen Zeug und dann ein Glas Bier, was man erstmal wegexen soll.. wenn das mal gut geht! Dann geht die nächste Runde Küsschen los, wobei denen, die gratulieren, dann die Blumen auf die Haare gestreut werden. Interessant.
2. Zum essen gab es einen großen Teller mit einem riesen Stück Fleisch, einer Kochbanane, 2 Kartoffeln (mit Schale versteht sich) und dazu Salat! Alles schön und gut.. aber wo ist das Besteck? Fehlanzeige. Essen wir doch alles mit den Händen.
Später wurde dann die Torte serviert. Schön sahning versteht sich. Und auch hier keine Spur von Gäbelchen oder Ähnlichem. Aber auch das muss man mal mitgemacht haben:D
Wir haben uns jedenfalls sehr amüsiert beim Cumbia-Tanzen und haben uns natürlich nicht von diversen Jungs, die meinten, von den Gringas beim Tanzen Fotos zu machen, irritieren lassen.
Und so ging es irgendwann müde nach Hause und wieder haben wir etwas mehr über bolivianische Sitten und Bräuche gelernt :)
Viele Dank, Kathia, für die Einladung! =)
Ja, den Sonntag haben wir uns dann eindeutig zum Ausruhen verdient und morgen geht es dann wieder auf zur Arbeit. Es ist zwar Feiertag, aber da wir Besuch von irgendwelchen hohen Tieren der deutschen Politik (keiner weiß genaueres.. ) erwarten, müssen wir natürlich antanzen. Dafür haben wir dann Dienstag frei und werden mal miterleben, wie hier Allerheiligen gefeiert wird! Dann werd ich mich nochmal melden.
Bis dahin, einen schönen Feiertag!

Sonntag, 24. Oktober 2010

Chacaltaya und Yungas!

Hola a todos!! :)
Es wird mal wieder Zeit, dass ich was blogge und diesmal nehm ich mir vor, nicht wieder einen Roman zu schreiben ;).
Also kommen wir gleich auf den Punkt:

Am Mittwoch haben wir unseren Gruppenausflug für Oktober gemacht: und zwar sind wir.. oh je oh je... auf den Chacaltaya gestiegen, ein ca. 5.300 Meter hoher Berg.
Ich hatte vorher schon die böse Vorahnung, dass es anstrengend wird.. und es wurde tatsächlich krass..
Um 9 Uhr ging es also los und nach gut 2 Stunden Busfahrt mussten wir ungewollt anhalten. Und zwar sollte es eigentlich noch höher auf den Berg gehen (über leiicht enge Straßen am Berg entlang versteht sich). Blöderweise fing es an zu schneien und der Bus musste anhalten. Somit mussten wir zuerst zu einer Hütte hoch und von da aus sollte es zum Gipfel gehen. Leider hab ich es nicht mal bis zur Hütte geschafft. Wenn man eh schon nicht so auf Bergsteigen steht und dann noch auf guten 5000 Metern Höhe ist.. da kann einem schonmal die Luft wegbleiben! Somit hab ich kurz vor der Hütte aufgegeben und bin mit Steffi, die Knieprobleme hatte bzw hat, wieder runtergegangen.. im Schneesturm!! Und nach ner halben Stunde oder so kamen wir an die Stelle, wo der Bus STAND! Er war nicht mehr da.. Blöd nur, wenn man vor lauter Schnee keine Orientierung mehr hat. Aber wir sind einfach mal auf gut Glück weiter runtergelaufen und tatsächlich fanden wir den Bus. Der Busfahrer hat uns dann erklärt, dass es zu doll geschneit hat und er sonst nicht mehr runtergekommen wär!
Naja.. nach etwas mehr als ner Stunde kamen dann die anderen auch zurück und dann ging es -mit nassen und kalten Füßen und total durchgefroren- endlich zurück nach La Paz! Das hätten wir auch geschafft!

Und jetzt die nächste Aktion:
Am Freitag sind wir mit unserem Projekt in die Yungas (Tiefland) gefahren.
Anna und mir graute es schon.. wenn man bedenkt, wie es in Copcabana war ( ich sag mal Zimmer ohne Fenster etc..) ..
Und der erste Klops kam dann direkt Freitag morgen. Pünktlich wie immer, kamen Anna und ich um HALB 7 wie bestellt am Casa de Paso an. Dumm, dass uns keiner mitgeteilt hatte, dass der Bus erst um 8 kommt, anstatt um 7. So standen wir da, ohne Mitarbeiter mit den Kindern, bis es dann schließlich um 10 nach 9 losging.
Nach ca. 3-stündiger Fahrt kamen wir dann an. Und oh Wunder: alles war grün und warm!!! :):) Ein ungewohnter Anblick!!
Nachdem wir dann das Camp ausgecheckt haben, ging es direkt in die Küche, um das Mittagessen zu machen. Interessant für gut 60 Leute zu kochen.
Zur Belohnung ging es dann mit den ganzen Kindern schwimmen.. oh jaa! das Camp hatte neben mehreren Sportplätzen auch einen Swimming Pool!
Okay.. ich überlege gerade, was wir noch alles gemacht haben.. aber irgendwie bestand Annas und mein Tagesablauf nur aus kochen, Essen servieren, spülen und dann irgendwelchen Kindern herrennen. Und halt zwischendurch schwimmen und volleyball spielen. Am Freitag Abend haben wir dann noch einen sogenannten "Taller de Formacion" gemacht. Also quasi ein paar Spiele und Aktionen, um den Kindern Werte beizubringen. Ziemlich chaotisch wie immer :D !
Und dann stand die Nacht bevor.. und im Nachhinein muss ich sagen, dass es im Vergleich zu Copacabana luxoriös war. Okay, es war warm und die Zimmer einfach, aber es war gut!
Das einzig blöde war nur, dass die Toiletten anstatt Türen Vorhänge hatten, die leider ihre Funktion etwas verfehlt haben.. aber man wird ja abgehärtet! Diverse Gerüche werden auch gar nicht mehr wahrgenommen :D
Als Entschädigung hatten wir ja Wärme, Sonne, Bäume und den Fluss. Dieser Rio..
Eigentlich sollten wir alle zusammen kurz vor der Rückfahrt, nachdem alles aufgeräumt wurde, noch zum Fluss, der direkt neben dem Camp vorbeifließt, gehen.
Blöd nur, dass einige Kinder vorher schon zum Fluss abgehauen sind und wir schließlich mit Sucy, unserer Kollegin, hinterhergegangen sind. Wir sind dann noch kurz dageblieben und schon kamen Jose Luis und Joaquin (auch 2 Kollegen) hinterher, um uns zurückzuholen und zur Hermana (unsere Chefin) zu schicken. Das war dann wohl so, dass irgendwelche Kinder zur Hermana gegangen sind und uns "verpetzt" haben. Und dann ging die Moralpredigt los. Erst wurde abgecheckt, wer alles am Fluss war und dann standen wir dann im Kreis und die Hermana hat uns erklärt, dass wir doch alle wie eine Familie sind und die anderen hätten alle mitgeholfen und uns wäre das ja egal. Interessant. Vor allem weil Anna und ich ja nie etwas tun... Sobald wir mal 5 Minuten irgendwo sitzen und uns grad mal ausruhen, kommt Fräulein Chefin und erklärt uns, dass wir bei den Kindern sein müssen. Eigentlich ist das ja kein Ding, die sind ja alle total süß, aber irgendwann wird es auch mal anstregend und man brauch ne kurze Pause.
Na gut.. da standen wir also und durften uns anhören, dass es ihr besonders Leid tut für uns und die Sucy. Und zur Strafe mussten wir dann mit den anderen "Bösewichten" dableiben und nachher alles zum Bus schleppen. Que mala gente somos, nove?
So ca. um 4 Uhr, nachdem wir vorher umsonst nach einer verschollenen Gabel gesucht hatten, ging es dann nach Hause. Zwar ins Kalte, aber doch ins vertraue La Paz :)
Und wie immr wurde die Busfahrt ein Highlight, als der Lärmpegel stieg durch Gesang, Geschrei und das altbekannte Spiel "Llego carta". Aber alle 3 Stunden gehen vorbei und um ca. 8 Uhr waren wir dann am Casa de Paso.
Diesen Sonntag haben wir uns jetzt wirklich mal Ruhe und Entspannung verdient, bevor die nächste Woche losgeht mit sicherlich wie immer 2 mal Volleyballtraining sowie einem Spiel des Turniers,unzähligen Überstunden und sonstigen Überraschung.
Gleich lade ich dann noch ein paar Fotos hoch und dann hab ich meine "Pflicht erfüllt". Ein kleiner Tipp noch: immer mal auf Annas Blog gucken, weil wir uns immer absprechen, wer welche Fotos hochlädt, weil wir nicht beide die gleichen nehmen wollten!
Pues.. hasta la proxima!
Grüße ins kalte Deutschland!

Sonntag, 3. Oktober 2010

2 Monate La Paz!!

Kaum zu glauben, oder?? Wir sind schon mehr als 2 Monate hier.. die Zeit vergeht einfach so schnell. Zumindest für uns. Jeden Tag erlebt man etwas neues, lernt mindestens ein Wort dazu oder übernimmt diverse typisch bolivianische Redensarten (z.B. "nove" = nicht wahr? oder "ya pues" = "also gut/los gehts etc... ) ein bisschen mehr.
Für außenstehende scheint es wohl, dass wir ein unglaubliches Programm haben, was eigentlich kaum zu schaffen ist (man beachte die Länge meiner vorherigen Blogeinträge), aber das liegt einfach dadran, dass man über allen möglichen Kram berichten kann. Wenn einem dann die richtigen Wort einfallen.
Schon über das Essen im Casa de Paso könnte ich Romane schreiben -um nur ein Beispiel zu nennen.
Diese Woche hatte unser Projekt wieder das Vergnügen, bei der Essensausgabe mitzuhelfen (auch "Comedor-Dienst" genannt). Das bedeutet: viertel nach 12 im Speisesaal antanzen, Stühle runterstellen, das "Gesöff", das es zum Nachtischt gibt, in Becher kippen, Löffel zählen und dann kanns losgehen. Als erstes von allen Beneficiarios und Mitarbeitern etc. kommen die Casa de Paso-Jungs und haben die Freude, das wundervolle Essen anzublicken... oder auch nicht.. diese Woche hat es echt die Spitze erreicht..
Montag ging es relativ normal und gut (also nicht im ironischen Sinne) los mit Fleisch, Reis und Salat. Dienstag lecker Spagetti Bolognese, Mittwoch ähnliches wie Montag nur mit Rotkoh (tatsächlich existiert Rotkohl).. und dann gings los.. Donnerstag: unser Lieblingsessen.. nicht.. eine Kartoffel, ein Ei, ein Stück Käse und ein Salatblatt und das alles bedeckt von einem Riesenklecks Erdnusssoße. Das heißt: alles schmeckt nach Erdnuss. Ach und das beste hab ich vergessen: die Suppe. Gegenüber von mir entdecke ich im Teller eines Jungen eine Hühnerkralle in der Suppe. Noch schockierter waren Anna und ich dann, als der Junge diese Kralle genüsslich abnagte. Könnte es noch schlimmer kommen? JA!
Freitag: Panza = Kuhmagen in Stückchen in einer Soße mit Kartoffeln und dazu Reis. njam njam!
Und nicht zu vergessen: den Überraschungseffekt der Suppe: mit jeder Kelle holte die Köchin eine Hühnerkralle aus dem Topf, sodass quasi jeder den "Jackpot" ergattern konnte.. na gut.. ich will nicht weiter drüber nachdenken!
So viel zum Thema Essen! Andere Länder, andere Sitten! Wir schlagen uns tapfer!

Was gibt es noch zu erzählen?
Heute beginnt das langersehnte (von manchen zumindest) Volleyballturnier der Fundacion, weswegen unser Projekt die letzte Woche mal wieder übermotiviert trainiert hat. Somit waren schonmal 2 Abende der Woche verplant.
Und hätte ich Montag nicht den Schlüssel meiner Chefin mit nach Hause genommen, wäre der Abend immerhin chillig geworden.. aber nein. so mussten Anna und ich sofort wieder zurück zur Arbeit, damit die Hermana das Büro abschließen kann. Dumme Aktion!!

Erwähnenswert wäre vielleicht noch der Freitag (also gestern), wo die "Coronacion Bufa" stattfand. Dabei handelt es sich um eine Feier, wofür jedes Projekt etwas vorbeitet und dann vortanzt oder -spielt. Der Witz daran ist, dass man pro Projekt ein Päärchen haben muss (oder auch mehr), wobei der Mann sich als Frau verkleidet und andersrum. Und die besten 3 Beiträge erhalten dann Preise. Blöderweise war unser Projekt ziiiemlich unorganisiert und hat spontanerweise am Freitag Nachmittag den Plan noch geändert und auf einmal sollten Anna und ich dann etwas vortanzen. Und zwar etwas sehr unlustiges.Blöd! Hätten sie uns nicht erst Donnerstag von der Feier erzählt, hätten wir mehr Zeit gehabt.. So haben Anna und ich dann spontan vorgeschlagen, ob es nicht zwei Mädchen aus dem Projekt machen könnten. Es ließen sich dann tatsächlich zwei finden, aber letztendlich war die ganze Aktion total chaotisch und.. ob mans glaubt oder nicht.. wir haben nicht gewonnen. der 3. Platz ging ans Casa de Paso mit Paul als megalustiges (für mich hätte es für den 1. Platz gereicht..:) Blumenmädchen, der 2. an Apoyo Familias und der 1. an die Guarderia (Kindergarten) Betania.. Danach wurde noch getanzt und Anna und ich haben uns gut mit den kleinen Casa de Paso-Jungs amüsiert :) .
Um 10 Uhr war dann alles vorbei und zuhause angekommen, haben wir uns unseren Schlaf gegönnt, schließliczh müssen wir ja heute unsere Ehre wiederherstellen und die Verwaltung besiegen!! Auf gehts. Vamos equipo!

Ja.. So ist das eben.. 2 Monate Bolivien!
Einerseits vergeht die Zeit so schnell, andererseits kommt es mir so vor, als wäre ich schon ewig hier. La Paz ist definitiv mein Zuhause geworden, auch wenn ich logischerweise Deutschland manchmal vermisse.
Es gibt Momente, da fahr ich mit dem Bus durch die Stadt, stelle mir vor, wo ich gerade bin und kann es eigentlich immer noch nicht fassen: Lateinamerika.. da, wo ich immer hinwollte.
Nie konnte ich mir vorstellen, wie es hier ist. Es musste doch irgendwie großartig sein. Und es ist tatsächlich so.
Oft erinnere ich mich zurück, wieviele Zweifel ich hatte, wieviele Ängste. Alle unbegründet.
Klar sind manche Dinge "unschön". Wenn man zum Beispiel drüber nachdenkt, dass man tagtäglich mit Kindern arbeitet, die schonmal auf der Straße gelebt haben oder von ihren Familien verstoßen wurden. Oder wenn die Kinder einem unter Tränen erzählen, dass sie von ihren Eltern geschlagen werden, und das zum Beispiel nur, weil sie einen Bleistift verloren haben. Oder wenn man sich wundert, warum die Kinder beim Mittagessen "gezwungen" werden, aufzuessen, und später erfährt, dass sie einfach abends zuhause nichts mehr bekommen.. Das alles macht mich schon traurig. Und gleichzeitig glücklich, dass es so etwas wie die Fundacion Arco Iris gibt! Und ich bin froh, ein Teil davon sein zu dürfen, auch wenn ich die Welt dadurch nicht wirklich verbessern kann!
Also.. auf weitere tolle, unvergessliche 10 Monate Bolivien!!

Sonntag, 26. September 2010

Tiwanaku und Banquete de Migajas!

So ihr Lieben,
ich weiß, ich habe meinen Blog die letzte Zeit etwas vernachlässigt, deswegen hole ich jetzt alles nach.
Am besten fange ich bei letzten Montag an. Vorher ist irgendwie nichts großartig spektakuläres passiert. Meistens besteht meine Woche eh nur aus arbeiten, danach vielleicht noch einkaufen oder Volleyballspielen mit dem Projekt und dann ab nach Hause und ausruhen!

Letzten Montag stand dann allerdings die 2. Gruppenaktivität an. Und zwar haben wir uns um 9 Uhr alle getroffen und uns, wie schon nach Achocalla, von einem kleinen, doch recht langsam fahrenden Mikrobus nach Tiwanaku (oder doch Tiahuanaco!!??) bringen lassen. Und ca. 2 Stunden zu spät als geplant kamen wir dann auch tatsächlich an. Und schon folgte das nächste "Problem": Und zwar hatte Johanna eigentlich vorher ausgemacht, dass wir nur 10 Bolivianos anstatt 80 für den Eintritt bezahlen müssen. Aber anscheinend sollte es doch nicht so sein. Nach langer Diskussion waren es dann am Ende 40 und wir haben uns geschlagen gegeben.
Ach ich sollte vielleicht sinnvollerweise noch sagen, was genau Tiwanaku ist. Ich hab das zwar nich ganz durchblickt,aber es handelt sich um eine Art Museum, wo man Ruinen, die von einer prä-inka Kultur stammen (Wikipedia sei dank:D ), besichtigen kann. Das ganze besteht aus einem Museum innen drin und draußen dann noch eine Art Hügel.
Also wir wurden dann von einem Reiseführer begleitet, der uns zunächst auf diesen Berg geführt hat, wo wir an sämtlichen Steinen, Skulpturen und anderen Überresten stehengeblieben sind, um uns aufklären zu lassen über die Kultur der Einwohner damals. Beispielsweise gab es Steine, die an ein Sprechrohr oder Megaphon erinnern: wenn man von der einen Seite durchspricht, kommt es auf der anderen Seite laut raus. Klingt faszinierend, ist auch so!
An einer anderen Stelle wurde uns dann gezeigt, dass die Mauern schon damals perfekt im rechten Winkel und sonst was konstruiert wurden. Ich muss gestehen, dass ich den Beiträgen des Reiseführers nicht immer gut zugehört habe, aber das liegt wohl an meiner fehlenden Interesse an Archäologie und so hab ich einfach mal diese vielen Steine auf mich wirken lassen.
Im Anschluss an diesen Rundgang haben wir noch das Museum besichtigt.
Dort konnte man dann aus Keramik oder Ton oder sonst was angefertigte Figuren, Besteck und andere Alltagsgegenstände angucken. Allerdings lief uns die Zeit davon, weil wir noch zum Abendessen beim Padre eingeladen waren und somit sind wir nachdem wir mittaggegessen haben, direkt wieder abgedüst Richtung La Paz.
Und oh Wunder.. auch die Rückfahrt hat sich als langwierig herausgestellt. Man muss dazu sagen, dass man mit Auto eigentlich 1-2 Stunden nach Tiwanaku braucht, aber mit dem Mikrobus doch tatsächlich knapp 3. Unterhaltsam war dann auch noch, dass der Fahrer das Lenkrad nicht eine Minute ruhig halten konnte, und so fuhren wir doch permanent, wenn auch minimal, Schlangenlinien.
Trotzdem kamen wir um kurz vor 7 pünktlich wie es sich für Deutsche gehört beim Padre an.
Und dann ging das große Futtern los: Es gab massenweise Pizza und natüürlich durfte der Nachtisch nicht fehlen. Nachher wurde dann noch die Gitarre rausgeholt, allerdings hat sich nach ein paar Liedern schon die erste Gruppe verabschiedet (inklusive mir), weil wir einfach so müde waren. Und so sind wir mit dem Padre so verblieben, dass wir ein zweites Mal vorbeikommen und dann werden die Tische weggeschoben und es wird getanzt ;) !! Ich bin gespannt..

Dienstag war dann "Dia del estudiante" (Tag des Schülers)und gleichzeitig Frühlingsanfang und Valentinstag und unser Projekt hat dies als Anlass genommen, sämtliche Kiddis in einen Park namens "Pura Pura" mitzunehmen.
Und so machten wir uns morgens um ca. halb 10 mit der ersten Gruppe auf den Weg.
Schon vorher war mir klar, dass der Ausflug im Chaos ausarte würde und als wir dann ankamen, wurden meine Befürchtungen bestätigt. Denn: Park ist nicht gleich Park.. nein.. Pura Pura ist ein einziger Berg. Ein Park am Hang also. Blöd nur, wenn sämtliche Grünflächen fehlen und stattdessen reiner Staub vorhanden ist, der von Unmengen (nicht nur wir hatten diese Idee.. war ja klar, schließlich war der Eintritt für Kinder frei) von tobenden Kindern aufgewirbelt wurde. Da bleibt keine Hose sauber!
Annas und meine Aufgabe war es dann erstmal, Brote für alle vorzubereiten. Der beste Teil war dann der Kampf mit der Mayo, die sich in einem Beutel befand und einige Male hat Anna dann nicht das Brötchen, sondern meinen Arm getroffen. Bitter!
Pünktlich zum Mittagessen haben wir uns dann wieder auf dem Weg Richtung Casa de Paso gemacht... das sollte man nicht unterschätzen: 1. den Berg hochkraxeln und 2. gleichzeitig darauf achten, dass auch alle Kinder mitkommen, was sich bei manchen Spezialisten als schwierig herausgestellt hat. Und der Witz war, dass uns Nachmittags das gleiche Schicksal erwarten würde. Und diesmal mit noch mehr Kindern. Und wieder mit Brötchenschmieren und Sauerei.
Nach einigen Rutschpartien, unzähligen Runden Klatschspielen und schließlich wieder Bergsteigen, hatten wir einen anstrengenden Arbeitstag überstanden.. fast.. denn wie jeden Dienstag ging es noch mit den Mitarbeitern Volleyball spielen. Und nach langer Überwindung und nachdem Anna und ich im Casa de Paso eingesperrt wurden, sind wir dann doch mitgegangen. Nach einer Stunde wurde es uns dann aber zu viel,schließlich mussten wir ja fit sein für Mittwoch, wo das zweite "Highlight" der Woche anstand: das Fest der Fundacion, auch Banquete de Migajas genannt
Nachdem Anna und ich mal wieder ( wie könnte es anders sein.. ) "pünktlich" um halb 6 nach Hause gegangen sind (nein..wir machen kaum Überstunden.. zur Info: unsere Arbeitszeit geht bis 5, aber es verzögert sich meistens, weil wir warten müssen, bis alle Kinder weg sind und dann müssen wir noch 2 Trödeltanten zum Bus bringen.. ), hieß es dann Beeilung: Kleidchen und Schuhe lagen bereit und nachdem alle fertig waren, machten wir uns auf den Weg zum schicken Radisson Hotel. Dort standen schon Häppchen von der Arco Iris Bäckerei bereit und nach kurzer Verzögerung ging das Programm los: unter anderem wurden 2 Filme ( über das Mädchenheim und das Krankenhaus) gezeigt, diverse Menschen geehrt (" und jetzt noch einmal ein Applaus für den Padre") und es wurden Spendengelder übergeben. Das ganze wurde uns dann "versüßt" mit Käsehäppchen, Brot und Getränken. Und der Burner war dann, als ein Clown in Begleitung mit Elmo (das rote Monster aus der Sesamstraße) kam. Gut, dass ich direkt mal ein Foto gemacht hab =) Ich mag Elmo hihi (grüße an Diana!! .:P)
Jedenfalls war der ganze Spaß dann um 11 Uhr vorbei und nach langem Überlegen, haben wir uns doch entschieden, sinnvollerweise direkt nach Hause zu gehen, anstatt in eine Bar oder Disko.
Also zusammenfassend würd ich sagen, dass der Abend ganz witzig war, das Programm aber eher eintönig. Das Beste war ein Sänger mit Gitarre, der sämtliche Stimmungsheber rausgehauen hat und den Saal zum Klatschen gebracht hat !!!

Ja ok.. was gibt es noch zu erzählen. Der Donnerstag wurde mal wieder nach einem anstrengenden Arbeitstag dem ungezügelten Gammel gewidmet, weswegen es dann Freitag dringend nötig wurde, dass Anna und ich das Wohnzimmer putzen.. und dann wurde erstmal die Musik aufgedreht und geschrubbt, bis das Wasser auch vollständig eine grau-schwarze Farbe einnahm. Zur Belohnung gönnten Anna, Roxi, Steffi, 2 bolivianische Freunde und ich uns dann einen lustigen Diskoabend in der Soundbar. Es gab sogar eine Liveband bzw Sängerin aus Argentinien!! Insgesamt doch ein sehr gelungener Abend ( besonders dank Mana-Musik, zur Freude von Anna und mir! )
Blöderweise mussten wir Samstag direkt mal relativ früh aufstehen, weil Mittags die Taufe von Kindern und auch Erwachsenenen der Fundacion stattfand. Und tatsächlich fand man einige bekannte Gesichter unter den Täuflingen wieder: 3 Kinder aus unserem Projekt und einige ausm Casa de Paso, die auch bei uns im Apoyo sind! Wirklich wirklich eine schöne Zeremonie, beginnend mit einer kleinen Rede vom Padre (mit Unterstützung von Zwischenrufen von einer Frau, die hinten in der Kirche stand.. :D ) und dann natürlich die Taufe an sich.
Nachher sind Anna, Roxana und ich dann noch kurz einkaufen gegangen und haben den armen Mario, der im Moment im Arco Iris Krankenhaus gammelt und sich sämtlichen Untersuchungen unterzieht, besucht. Den Abend haben wir dann essend und gammelnd ausklingen lassen.

Heute haben Anna und ich uns mal wieder, wie jeden Sonntag, auf dem Weg zum Markt gemacht. Und wir sind tatsächlich das erste Mal ohne Jacke rausgegangen. Frühling sei Dank. Man merkt jetzt schon, dass es wärmer wird =) mein Beileid, dass in Deutschland der Herbst vo der Tür steht, aber ich muss leider sagen, dass es echt herrlich warm ist und die Sonne den ganze Tag scheint. Aber ich will nicht zu laut schreien, schließlich heißt Frühling auch Regenzeit..
Nachmittags gab es dann lecker Pfannkuchen und nachdem wir alle genug rumgechillt haben, haben wir uns dann tatsächlich mal wieder in die Messe begeben. Und auch Messe ist nicht gleich Messe. Erstens gibt es anstatt Orgel- Gitarrenbegleitung und alle singen und klatschen mit und werden vom Pfarrer angestiftet die Hände auszubreiten und aus vollem Halse mitzusingen. Es geht wirklich die ganze Zeit so: "und noch lauter.. " "ihr braucht euch nicht zu schämen" . Das ist wirklich ein ganz anderes Feeling. Am Ende durfte dann natürlich die Weihwasserdusche nicht fehlen. Alle versammeln sich vor dem Altar und lassen sich vom Pfarrer und seiner Rose "nass machen" :) Ich denke in diese Kirche gehen wir jetzt öfters!

Ja.. und jetzt bleibt mir nicht mehr viel Zeit.. das Bettchen ruft, morgen um 7 klingelt der Wecker und eine neue Woche ruft! Mal sehn, was alles so passiert.
Ich könnte noch viel mehr erzählen, aber ich habe ja so schon den Rahmen gesprengt.
Von daher, allen eine gute Woche und bis dann!
Listo listo...Saludos! =)

Kinder aus meinem Projekt auf der Cancha (Sportplatz.. im Casa de Paso)


Und das passiert, wenn man mit 1 oder 2 Kindern ein Foto machen will.. ;)


Ich bei einem meiner tausenden "Friseurtermine" (Standardfrage: "Te trenso?" = "Soll ich dir die Haare flechten?")... wie faszinierend Gringa-Haare sein können!


Tiwanaku!






Steffi, Mario, Anna, Roxi und Hannah auf dem Banquete:


Elmo und ich =):


Anna Banana und Serena Morena


Amadeo wird von Padre Jose getauft:


Und zu guter letzt: ein Sonnenuntergang, wie er im Buche steht: Frühling in La Paz:

Freitag, 10. September 2010

Copacabana

Also, wie schon angekündigt, folgt jetzt mein Bericht über unsere Wallfahrt nach Copacabana vom letzten Wochenende (nachdem die anderen es mir schon vorgemacht haben;) ).
Vielleicht sollte ich am Anfang noch sagen, dass Copacabana am Titicacasee liegt (er existiert!! ), nicht, dass ihr euch wundert, ob wir am Meer waren oder so.

Der eigentliche Troubel fing am Freitag an.
Um ca. 2 Uhr trafen sich sämtliche Mitarbeiter, Volontäre etc. der Fundación, um im Mädchenheim Sandwiche für die Fahrt vorzubereiten. Und es folgte direkt der erste "Schock", als ich den Speisesaal betrat: ein riiiesen Tisch nur voller Hähnchen!! Und zwar ganze.. zwar ist Hähnchen hier eigentlich ein Grundnahrungsmittel, aber das übertraf alles!
Also machten wir uns daran, Brötchen durchzuschneiden, mit Wurst bzw Hähnchen(inklusive Knochen, was es schwierig machte, das Brötchen zuzukriegen)zu belegen, in Servietten einzuwickeln und in die schon vorbereiteten Säcke zu packen. Natürlich musste hier genaustens auf die Anzahl geachtet werden, was nicht so ganz geklappt hat (müssen wir Jose Luis' Rechenkünste anzweifeln ?:) ), sodass am Ende alle Brötchen wieder ausgepackt, gezählt und die richtige Anzahl wieder reinpackt werden mussten. Was ein Spaß!
Danach wurden Brötchen, haufenweise Getränke, Kisten mit Süßigkeiten und und und in einen LKW verfrachtet, und dann war alles vorbereitet für die große Reise mit ca. 2000 Leuten der Fundación.
Am Samstag um 7 sollte es also losgehen. Obwohl Anna und ich am Freitag Abend eine Extraschicht spülen und wäscheaufhängen eingelegt haben, kamen wir doch am Samstag pünktlich um halb 7 am Casa de Paso an, und zwar als erste von unserem Projekt. Nach einigen Minuten kamen die ersten Kinder, aber von wem war keine Spur: von unserer Chefin und den Ecuadoren (Lehrern). Sinnvoll! Nach einiger Zeit kamen dann doch alle an, und wir haben uns in unseren Bus begeben (ja ich auch, nachdem ich noch einmal hochrennen durfte ins Büro, um den Schlafack meiner Chefin zu holen.. ). Dann ging es also los.
Als erstes wurden uns die (wundervollen..) orangenen Cappies überreicht. Es ist so, dass jedes Projekt Mützen in einer Farbe des Regenbogens hatte und wir hatten mit orange eindeutig das große Los gezogen.
Schon nach kurzer Zeit fingen die Kinder an, wild rumzutoben und mit ihren Decken Höhlen zu bauen, sodass das ziemliche Chaos ausbrach und der Lärmpegel im Bus stieg. Aber sie haben die Rechnung ohne die Hermana (meine Chefin ) gemacht. Diese wusste sich nämlich mit einer ganz besonderen Art der Unterhaltung (oder soll ich Folter sagen? :D) zu helfen: eine CD mit 9 Marienlieder, die wir im Laufe der Fahrt doch tatsächlich sechs mal durchgehört haben. So lief die Hermana mit einem Grinsen durch den Bus und animierte die Kleinen zum Mitsingen. Und ob mans glaubt oder nicht: schon nach 2 mal durchhören, kann man das ganze Repertoire auswendig!
Nach einiger Zeit kam dann die Erlösung: unser erster Stopp in einem kleinen Dörfchen, wo wir uns alle samt ans Ufer des Titicacasees begeben haben, um diesen mit Massenabfertigungsschiffen zu überqueren. Auf der anderen Seite angekommen, ging das große Picknick los. Es kam zum freudigen Wiedersehen mit den Hähnchenbrötchen (und es hat sich also tatsächlich als schwierig herausgestellt, dieses zu essen.. ), dazu gab es Ketchup, Mayo und ein Getränk. Und nachdem die Kinder sich genug ausgetobt haben, ging es weiter nach Copacabana... und wieder folgte eine von den alt bekannten Liedern begleitete Busfahrt.
Kurz vor Copacabana stiegen wir dann alle aus, fanden uns entsprechend der Farbe unserer Mützen zusammen und von da aus ging die Prozession in Regenbogenfarben los. Im Dorf wurden wir dann herzlich von den Einwohnern mit Plakaten etc. begrüßt und während wir Maria mit Liedern wie "Santa Maria del camino" begrüßten, machten wir uns auf den Weg zur Kirche, wo wir eine Messe gefeiert haben.. wenn man das so nennen kann. Von Andächtigkeit oder sonstigem keine Spur: stattdessen wurde laut gesprochen, Fotos gemacht und sogar gegessen. Aber das ist wohl die Mentalität hier und bei 2000 Leuten, wovon der Großteil Kinder waren, ist das kein Wunder.
Im Anschluss daran ging es zum Strand, wo wir unsere Sachen aus dem Bussen geholt und ins Quartier gebracht haben.
Und hier kam direkt Schock Nummer 2: die Zimmer! Es handelte sich um ca. 6 Quadratmeter "große" Zimmer, in denen wir auf dem Boden schlafen sollten. Alles schön und gut, nur leider werden Fenster anscheinend überbewertet und einfach weggelassen... zuächst blieb nicht viel Zeit, sich damit auseinanderzusetzen, weil das Programm weiterging, aber Anna und ich waren uns im Klaren, dass dies noch ein böses Nachspiel haben würde.
In der Hoffnung das vorher gesehene schnell verdrängen zu können, machten wir uns mit unserem Projekt auf zum Strand, wo die Kinder spielen durften. Also auch hier wieder keine Spur von Freizeit für Anna und mich, schließlich muss ja jemand auf die Peques (Pequenos = Kleinen) aufpassen.
Von hier aus startete dann die 2. Prozession, die uns wieder (wieder von denselben Liedern begleitet) zur Kirche führte. Da es langsam schon dunkel wurde, wurden Laternen an alle verteilt (in unserem Fall natürlich wieder orange). Und so breitete sich vor der Kirche ein Lichtermeer in Regenbogenfarben aus, zu dem wir sangen und uns des Leben freuten. Das war wirklich echt schön anzusehen und definitiv einer meiner Lieblingsmomente der Fahrt!!!
Weiter ging es dann mit einem zweigeteilten Programm: einmal für die ab 13-jährigen eine Art "Disko" und für die Kleineren eine Show mit Clown (+Handpuppe) etc, sowie Tänzerinnen, die sich verirrt haben und eigentlich für die Größeren tanzen sollten..
Und wo durften Anna und ich hingehen: nein.. nicht zu den Großen, wie der Großteil der Freiwilligen.. aber mit unserem Schicksal hatten wir uns schon abgefunden.
So wurden um kurz nach 9 noch die Brötchen mit Aufschnitt und eine weitere Ladung Getränke verteilt und dann folgte auch schon der Zapfenstreich! Leider Gottes..
Zunächst galt es zu klären, wer in welchem der 3 für unser Projekt vorgesehenen Zimmer schläft. Nachdem die Jungs sich im Ersten, die Mädchen im Zweiten und die Muttis mit den Babys im dritten Zimmer eingenistet hatten, blieb nur noch wenig Platz. Aber die Hermana hat sich stark gemacht und trotz fehlender Zustimmung der Mütter, suchten Anna und ich uns ein kleines (sagen wir winziges) Plätzchen im 3. Zimmer.
Als wir uns daraufhin auf den Weg zum Bad machten, folgte.. wer hätte es gedacht.. Schock Nummer 3: es gab kein Wasser mehr. Weder zum waschen, noch zum abspülen der Toiletten... Auch verständlich, wenn man bedenkt, dass für etwas mehr als 1000 Frauen nur 5 Toiletten vorhanden waren. Und so hieß es also Tür auf und "sin mirar" (ganz nach dem Motto "Augen zu und durch") rein.. Und so flüchteten wir schnell wieder vor dem Gestank und gingen zurück zu unserer "Zelle", um uns für die Nacht zu wappnen.
Mit eingezogenen Beinen quetschten wir uns samt Schlafsack in die kleine Lücke, allerdings ahnten wir, dass uns das nicht vorhandenen Fensters Probleme bereiten würde und da die Mutter, die an der Tür schlief diese nicht auflassen wollte, wechselten wir noch einmal die Plätze und genossen die frische Brise, die durch den offenen Spalt hereinkam. Allerdings nur kurz, denn den Muttern wurde es doch zu bunt und sie schlossen die Tür kurzerhand wieder. In der Nacht überkam mich dann allerdings doch die Platzangst und es gelang mir, die Tür zu öffnen, trotz Koffer, der davor platziert wurde (aus Platzmangel.. kein Wunder, wenn man mit ca. 12 Frauen + Babies in einem so kleinen Raum schäft). Um 5 Uhr morgens wollten Anna und ich dann aufstehen, um den Sonnenaufgang anzugucken. Pustekuchen. Es regnete! Aber wo wir einmal wach waren, sind wir kurzerhand aufgestanden und haben die restlichen Stunden bis zum Frühstück um 8 Uhr auf irgendwelchen Treppenstufen halbschlafend durchgeschlagen.
Nach dem Frühstück ging es dann an den Strand, wo wir zunächst unsere Sachen wieder in den Bussen verstauten. Danach sollten wir eine Bootstour machen, aber da es wieder regnete, suchten wir Schutz in den Bussen. Als es dann aufgehört hat, konnten die Kinder doch noch Boot fahren, aber Anna und ich waren eindeutig zu müde und angeschlagen und blieben im Bus, um zu schlafen.
Nach einiger Zeit wurde es dann Zeit, die Virgen Maria zu verabschieden (was sich als recht amüsant herausstellte!). So versammelten sich alle am Strand, um begeisterterweise der Virgen, die auf einem Boot ihre Runden auf dem See drehte, mit den bunten Mützchen zuzuwinken. Natürlich wurden hier wieder die alten Klassiker gesungen. Und nachdem wir dann mehrere Male der Muttergotter applaudiert und zugejubelt haben, gab es Mittagessen und danach machten wir uns (endlich) auf den Weg Richtung La Paz.
Und wieder stellte sich die Busfahrt als eher unschön heraus. Denn die Kinder fanden schnell eine Methode der Zeitvertreibung. Und zwar ein Spiel, wo immer einer anfängt und ruft "Llegó carta", was soviel heißt wie: es ist ein Brief angekommen. Daraufhin fragen die anderen, von wem, für wen und was drinsteht. Meistens endet das mit einem Inhalt wie "Te amo" (Ich liebe dich), worauf der gesamte Bus in Gelächter ausbricht.
Während die Educadoren es schafften, einzuschlafen, blieb Anna und mir nur übrig, uns nur fragen, wieso die Post denn Sonntags geöffnet hat. Und kurze Zeit später schlief auch Anna, sodass ich alleine versucht hab, die Menge zu beruhigen. Vergeblich. Also zog ich mir den Schal über den Kopf und hielt es aus.
Und irgendwann geht auch die schlimmste Fahrt vorbei und es ist doch wieder ein schönes Gefühl, zuhause zu sein. Und tatsächlich fängt man an, Dinge wie Fenster oder funktionierende Toiletten zu schätzen!
Also ich will nicht sagen, dass die Fahrt grausam war. Das Programm an sich und besonders auch der Titicacasee, der übrigens riiiesig aussieht, als wäre es ein Meer, haben mir super gut gefallen und ich bin mir sicher, dass ich mich noch mal, dann ohne Projekt, auf den Weg mache.
Es war jedenfalls interessant zu sehen, wie Marienverehrung in Bolivien gestaltet wird und wieviele Menschen man doch in einem kleinen Raum unterzubringen.

Ja.. zum Schluss noch die neusten News aus La Paz direkt vom Casa de Paso :D
Am Montag durften wir direkt wieder bei der Arbeit antanzen, weil ein Fernsehteam da war. Und zwar wurde (glaube ich) Werbung für die am 22. September stattfindende Geburtstagsfeier der Fundacion gemacht. Der Arbeitstag stellte sich aber eher als unnötig heraus, weil nur wenig Kinder da waren.
Naja, dafür haben die dieses Wochenende einen Tag mehr frei, den wir uns auch nach diesem anstrengenden Wochenende und der darauffolgenden auch anstrengenden Woche echt verdient haben.
Und während jetzt fast alle in Sorata bzw. Cochabamba sind, genieße ich es, auszuschlafen und einfach mal zu entspannen.
Also mal schauen, was mich die nächste Woche erwartet!
Listo.. bis dahin allen ein schönes Wochenende und hasta prontito!
Verena

Die Pollos:


Die Prozession zur Kirche.. natürlich in Regenbogenfarben:




Die Kirche von Copacabana:


Mit den Kindern am Strand:


Prozession Nr.2: Ich geh mit meiner Laterne!:




Ausblick auf Copcabana:


(Misslungenes) Gruppenfoto am Schluss:

Besser zu spät als nie!

Bevor ich jetzt von unserer Wallfahrt nach Copacabana am letzten Wochenende berichte, wäre es sicherlich sinnvoll, doch noch Fotos von unserem Ausflug zum Valle de la luna zu posten. ;)
Also das sind jetzt nur einige, aber ich denke die Bilder vom Titicacasee sind dann doch interessanter!..
Pues.. aqui estan:






Dieses Bild passt jetzt nicht so ganz rein, aber weils so schön war, hier einmal La Paz by night original aus unserem Küchenfester!!