Samstag, 23. April 2011

Salzwüste, Death Road & Ostern!!

So, wie versprochen hole ich noch meinen Bericht von der Salzwüstentour nach.

An einem Dienstagabend sind Anna, Alex, Lea, Mario und ich mit Bus Richtung Uyuni gefahren, kamen Mittwochmorgen früh an, haben dann unsere Tour vor Ort gebucht und ab gings :)
Am ersten Tag ging es direkt in die Salzwüste (im Moment eher ein Salzsee, dh wir fuhren die ganze Zeit mit unserem Jeep durchs Wasser), wo wir am Salzhotel eine Pause zum Essen und Fotos machen eingelegt haben.
Danach gings direkt weiter zum "Cementerio de trenes", ein Friedhof für alte Lokomotiven. Nach einigen Fotos und Kletterübungen auf die Züge ging es weiter in ein kleines Dörfchen mit einer original aus der Kolonialzeit stammenden Kirche und später in ein Örtchen, wo wir die Nacht verbringen sollten.
Am nächsten Tag fuhren wir dann von einer Laguna zur Nächsten. Das soll sich jetzt nicht negativ anhören, aber es waren wirklich viele ;) Die schönste war definitiv die "Laguna Colorada", die rot schimmert und wo viele Flamingos ihr Zuhause finden.
Weiteres Highlight des Tages war ein Baum aus Stein, also eigentlich ein Stein, der vom starken Wind verformt wurde und aussieht wie ein Baum!
Am dritten Tag sind wir dann noch vor Sonnenaufgang aufgebrochen. Zuerst kamen wir an den Geysiren an, wahrscheinlich nach der Salzwüste das Spektakulärste der ganzen Tour. Überall stieg Rauch aus der Erde auf, es brodelte und roch stark nach Schwefel, der sich auch in gelber Farbe auf dem Boden abzeichnete.
Letzter Punkt unserer Tour waren dann die Thermalbäder, wo wir anhielten und in etwa 30 Grad warmen Wasser badeten. Lange blieben wir jedoch nicht, denn erstes sei das Wasser auf Dauer schlecht für den Kreislauf, schließlich waren wir ziemlich auf dem höchsten Punkt der Tour und zweitens hatten wir einen langen Weg zurück nach Uyuni.
Abends kamen wir dann an und es ging die ganze Nacht wieder zurück nach La Paz.. auf einer steinigen Straße natürlich, die grad mal breit genug für zwei Busse war.
Alles in allem eine unvergessliche Reise. Die Salzwüste ist wohl mit dem Titicacasee und dem Lichtermeer von La Paz das Schönste, was ich je gesehen habe. Ich denke, auch für unseren Besuch war es ein Highlight des Aufenthalts und es war schön, das alles mit ihnen, bbesonders natürlich mit Lea, zu verbringen.
Gerne wären wir noch nach Rurrenabaque in den Dschungel oder auf die Isla del sol am Titicacasee gereist, aber aufgrund der Situation in La Paz war dies nicht mehr möglich. In den letzten Wochen kam es immer wieder zu Demonstrationen, bis schließlich letzte Woche die gesamte Innenstadt blockiert wurde. Denn die Minenarbeiter, Lehrer und der Gesundheitsbereich forderten 15% mehr Lohn und haben so mal eben die Regierung unter Druck gesetzt.
Das Einzige was uns noch blieb, war Copacabana am Titicacasee. Am Sonntag haben wir also einen kleinen Ausflug inklusive Böötchenfahren gemacht und ein bisschen das Strandfeeling genossen!! Und wen beeindruckt der wunderschöne Titicacasee nicht? :)

Ja... und dann war noch die Death Road.. Mama, verzeih mir, aber das war wirklich nicht geplant. So ist Bolivien wohl.
Am Dienstag sind Anna, Alex und ich mit anfangs 4 Japanern und den Tourbegleitern Richtung Yungas gefahren und auf einem noch hohen Punkt packten wir die Fahrräder, Schutzkleidung etc. aus und los gings. Zunächst auf einer breiten, asphaltierten Straße. Nach kurzer Zeit machten wir die erste Pause und wunderten uns dass, die 2 Japanerinnen nicht hinterherkamen. Es stellte sich heraus, dass eine der beiden wohl gefallen ist ud zurück nach La Paz musste. Wir fragen uns immer noch, wie sie es geschafft hat, auf dieser Straße zu fallen. Jedenfalls ging es dann für Anna und mich als einzige Mädchen weiter. Und wir haben uns gut geschlagen. Nach einiger Zeit ging es dann auf die "richtige" Death Road, eine eher enge, steinige und etwas steile Straße am Abhang. Aber weniger angsteinflößend, als man denken könnte. Mehr als bremsen bei Bedarf und lenken muss man da nicht machen. Man wird jedoch ganz schön durchgeschüttelt und meine Händen haben sich für das ständige Bremsen mit Blasen bedankt. Nach einigen Stunden kamen wir jedoch alle heile, aber müde unten an, fuhren dann zu einem Hotel nach Coroico, wo wir essen und schwimmen konnten und dann ging ein langer, anstrengender Tag zuende und es ging zurück ins gute alte La Paz. Insgesamt muss ich allerdings sagen, dass ich die Tour nicht noch einmal machen würde. Es war schön zu sehen, wie am Anfang alles noch kahl war und man mit der Zeit immer mehr ins Grüne und Warme kam, aber ich denke die Tour ist eher was für Bikerfreaks, die Spaß haben, darunterzubrettern, denn das ewige Bremsen ist auf Dauer doch anstrengend und den Muskelkater kann man sich sparen.. aber gut, das war sie dann wohl.. die gefährlichste Straße der Welt.

Ja, und jetzt ist der Besuch weg und die Fastenzeit endlich vorbei. Wir gehen auf Ostern zu und die 4 kleinen Volontärchen (Mario, Paul, Anna und ich), die in der Wohnung übrig geblieben sind (der Rest ist verreist), sind bereit für den Festschmaus. Gleich gehen wir gemeinsam in die Osternachtsmesse und danach wird die Schokolade ausgepackt!!
Gestern zu Karfreitag waren wir schon in der Kirche und hatten wieder große Freude an den Bolivianern. Zuerst standen in der Kirche ein riesen Glassarg mit einer Jesusfigur, dann noch eine Weitere daneben und natüürlich eine riesen Virgen. Gut.
Die Liturgie an sich war eher langweilig gestaltet, aber dann wurde es wieder spannend, als die Tücher vom Kreuz genommen wurden und der Bischof die Gemeinde aufforderte, für den gekreuzigten Jesus zu applaudieren. Typisch bolivianisch. Anna, Paul und ich konnten uns das Lachen mal wieder nicht verkneifen.
Am Ende verließ die Gemeinde dann samt Sarg, Maria und Bischof mit stylischer Sonnenbrille die Kirche zur feierlichen Prozession durch die Reichenzone. Wir haben uns dann aber abgeseilt und der Vorbereitung des großen Festessens gewidmet. Ostern kann kommen!
In dem Sinne, Frohe Ostern, frohes Fressen und bis ganz bald!
Verena

Samstag, 16. April 2011

Salar de Uyuni

Hallo ihr Lieben!!!
Letzte Woche bin ich mit Anna, Lea, Alex und Mario nach Uyuni gefahren, um eine 3-Tagestour durch die größte Salzwüste (12 000 Quadratkilometer) der Welt zu machen.
Ich bin jetzt mal höchst faul und klau Anna ihre Bilder (vielleicht hat sie jemand schon gesehen) und berichte dann später noch von unserer Tour.
Hier schonmal ein paar Eindrücke:




















Donnerstag, 24. März 2011

Karneval, Santa Cruz und sonstige Katastrophen! ;)

Hola!!
Nach dem ganzen Karnevalsstress usw. schaffe ich es endlich mal wieder, was zu schreiben.. es war ganz schön viel los die letzten Wochen.
Fange ich mal bei Karneval an.
Am Karnevalssamstag sind wir alle zusammen nach Oruro gefahren, was ca. 3 Stunden von La Paz entfernt ist. Dort findet jedes Jahr wohl die größte Karnevalsfeier Boliviens statt und aus allen Ecken des Landes reisen Menschen an. Es findet dann ein großer Umzug statt, der aber in keinster Weise mit denen in Deutschland zu vergleichen ist. Die Menschen tragen bunte, traditionelle Kostüme und tanzen bolivianischen Tänze. An den Seiten stehen dann Tribünen, wo die Leute zugucken, sich mit Wasserbomben abwerfen und mit Schaum aus der Dose vollsprühen.
Diieser Schaum.. am Ende konnten wir ihn nicht mehr sehen. Schon vorher haben wir uns auf der Arbeit eine riesen Wasserschlacht inklusive Schaum mit den Kindern geleistet und als wir am Sonntag nach Oruro mit der ganzen Fundacion den Geburtstag vom Padre gefeiert haben, ging diese in Runde 2. Dh. Sämtliche Voluntarios, Beneficiarios und Mitarbeiter waren von oben bis unten nass, hatten aber einen Riesenspaß :) Unvergesslich!! Am Ende kam einem allerdings der Schaum im wahrsten Sinne des Wortes aus den Ohren wieder raus und sobald jemand sich mit einer Dose in der Hand näherte, wollten wir einfach nur noch die Flucht ergreifen.
Eine weitere interessante bolivianische Karnevalstradition ist die sogenannte "Challa".
In unserem Fall haben wir alle Räume vom Apoyo mit Luftschlangen geschmückt, haben Blütenblätter, Alkohol und kleine Süßigkeiten in den Ecken verteilt. Am Ende wird dann noch eine Art Böller angezündet und alles ausgeräuchert. Das ganze soll dann Glück für das Jahr bringen... andere Länder, andere Sitten. Im Großen und Ganzen haben wir hier in Bolivien ein total anderes Karneval erlebt und es hat wirklich Spaß gemacht, zum großen Karnevalsfan bin ich allerdings immer noch nicht geworden.

...Die Zeit vergeht, nun sind wir knapp 8 Monate hier und so langsam fängt die große Reisephase an.
Angefangen mit Santa Cruz, wo Anna und ich letzten Freitag hingefahren sind. Geplant war, Samstag gegen Mittag anzukommen, aber bei bolivianischen Straßen weiß man nie. So sind wir ca. 5 Uhr nachts mitten im Nirgendwo stehengeblieben und irgendwann stellte sich heraus, dass die Straße, die einzige, die nach Santa Cruz führt, blockiert ist, weil es zu einer Art Erdrutsch kam. Noch konnten wir uns nichts darunter vorstellen, aber als wir schließlich nachmittags immer noch an der gleichen Stelle standen und währenddessen frierend im Bus saßen, konnten wir ahnen, dass es schlimm sein muss. Und tatsächlich: Um ca. 5 Uhr nachmittags kamen wir an die Stelle und es stellte sich heraus, dass die halbe Fahrbahn von einem Riiiesenbrocken und Geröll blockiert war und die Fahrzeuge nur eins nach dem anderen durchgeschleust werden konnten. Unser Bus hat gerade so durchgepasst.. ein Schock. Danach verlief die Fahrt allerdings problemlos und wir kamen Sonntag morgens früh in Santa Cruz an. Am Montag haben wir uns dann auf den Weg zum Stadion gemacht, um zum langersehnten Shakirakonzert zu gehen. Nach langer Wartezeit in der Hitze ging es dann abends um halb 11 los und ich habe einen wundervollen Abend verbracht, viele Menschen kennengelernt, die angenehme Abendwärme genossen und das beste Konzert meines Lebens erlebt!! Der Horrortrip hat sich seehr gelohnt, aber wir haben dann beschlossen, am Mittwoch früh mit dem Flieger nach La Paz zurückzukehren und Santa Cruz für immer Tschüss zu sagen. Die Hitze ist zwar auch mal schön, aber Santa Cruz an sich total langweilig und verwirrend. Und das schönste ist einfach Zuhause anzukommen, in die vertraute Umgebung..
von dieser verabschieden wir uns am Samstag morgen dann auch schon wieder, um übers Wochenende einen Abstecher nach Cochabamba zu machen und dann läuft auch schon der Countdown, bis Lea und Alex, unser großer Besuch aus Deutschland, kommen.
Zu Viert werden wir dann Bolivien erkunden, viel reisen und unser geliebtes La Paz mit unseren besten Freunden teilen!! Ich werde mich bemühen, dann auch mal wieder Fotos hochzuladen.
Bis bald dann! Un besote!!
Veri

Mittwoch, 2. März 2011

Typisch Bolivien / La Paz!

10 Eigenarten, Gewohnheiten und Kleinigkeiten, die das Leben in Bolivien und besonders in La Paz so interessant machen...

1. Faszination Tüten: In Bolivien kann man wohl alles in Tüten bekommen: So werden Eier nicht in Kartons, Säfte und Milch nicht in Tetrapacks und Suppen zum Mitnehmen nicht in üblichen Behältern, sondern einfach in Tüten verpackt. Im Fall der Säfte ist es meiner Meinung nach eine wunderbare Erfindung. Blöd ist allerdings, wenn nach jeden Einkauf mindestens ein Ei kaputt zuhause ankommt. Die Liste der in Tüten verpackten Dinge lässt sich jedenfalls noch ewig weiterführen und ich bin gespannt, was mir noch so alles in die Hände fällt!

2. Was ist es? Schwimmt in der Suppe und wird von den Volontären liebevoll als "Jackpot" bezeichnet...Richtig, die berühmte Hühnerkralle in der Suppe. Ein Blick in den Teller genügt und man weiß, dass man die Suppe lieber auslässt. Aber sie verfolgt einen trotzdem, wenn am Tisch, gegenüber von einem, ein Kind sitzt und das Füßchen genüsslich abnagt, wobei noch die Fingerspitzen samt Nägel rausgucken. Schockierend, aber man nimmt es besser mit Humor!!

3. Bleiben wir doch gleich beim Thema "Essen". Bzw womit man isst... Besteck wird hier völlig überbewertet. Nicht nur in der Casa de Paso wird (bzw. wurde) nur mit Löffel gegessen, was bei eher zähem Fleisch eine Tortur ist. Selbst auf Hochzeiten wird das komplette Menü inklusive Torte mit Fingern gegessen. Interessant sind auch sogenannte "Aptapis", wo man sich mit einer Gruppe trifft und jeder etwas zum Essen mitbringt und sogar Reis in der Hand und mit den Fingern gegessen wird. Fazit: Lass das Geschirr zuhause!

4. Die Zebras sind los: Im Zentrum von La Paz findet man an immer mehr Zebrastreifen Menschen in Zebrakostümen, die mit Schildern etc. den Verkehr regeln und es so den Passanten ermöglichen, die Straße zu überqueren, was im täglichen Straßenverkehrschaos ein kleines Kunstwerk ist!!

5. Was den Verkehr in La Paz jedoch besonders prägt, sind die öffentlichen Verkehrmittel. Neben Taxis gibt es sogenannte "Trufis" (Taxis mit bestimmter Route), Mikros (Busse), wobei am markantestens wohl die Minibusse sind. Meistens sitzt in jedem Bus eine Person, die die Route, die gefahren werden soll, aus dem Fenster herausruft und so Passanten zum Mitfahren animieren. Und so hört man, wenn man an besonders befahrenen Straßen herläuft, einen Salat aus Zonen-, Straßennamen und sonstigen Haltestellen. Am Anfang hörte es sich wie ein einziges Kauderwelsch an, aber mittlerweile kann man es doch schon verstehen!!

6. Sowieso spielt sich das halbe Leben in La Paz auf der Straße ab. Man kann praktisch alles auf der Straße käuflich erwerben: Süigkeiten an einer der unzähligen Tiendas, Brötchen, Handykarten, Kosmetikartikel, Klamotten oder Schreibwarenartikel. Es lebe die Faulheit!

7. Eine letzte Sache, die einem beim gemütlichen Bummeln durch die Stadt "begegnen" könnte. Ein lautes, langes und sich im Sekundentakt wiederholendes "Jaaaaa".. irgendwo muss wohl eine Gruppe von Mädchen herlaufen. Denn die Pacenos bzw vor allem Pacenas lachen nicht mit einem gewöhnlichen "Haha", sondern eben mit jenem "jaaa", was nach jeden Witz, der gerissen wird, aufs neue erklingt. Ich habe noch nie so etwas Nerviges gehört, aber das schlimme ist, dass man genau die Eigenarten, die man am meisten hasst, auch mit am schnellsten übernimmt.

8. Vorsicht beim Betreten eines Marktes. Denn von allen Seiten rufen einem die Verkäuferinnen zu und animieren zum Kaufen, was sie durch das Aufzählen ihres gesamten Sortiments errreichen wollen. Entscheidet man sich dann für einen Stand, erkundigt sich nach Preisen und kauft die gewünschte Ware, wird man mit einem freundlichen "Gracias, mi reina linda" (Danke, meine hübsche Königin" verabschiedet, worauf die Verkäuferin von nebenan einem das nächste "Que va a llevar, Mamita" (Was wirst du mitnehmen, Mütterchen) an den Kopf wirft.. Es wird wohl nie aufhören... und seit wann bin ich deine Mutter oder deine Königin?

9. Arme bolivianische Kinder: Für alles, was man machen möchte, muss erst um "Permiso" (Erlaubnis) gebeten werden. Da ist es auch egal, ob man über 20 ist und an einem Samstagabend ausgehen will. Wenn die Eltern nein sagen, ist das so. Die einzige Möglichkeit scheint ausziehen sein. Uns freiheitsgenießenden Deutschen kommt dies allerding ziemlich "bolivianisch" vor ;) Aber daher kommt auch wohl die Redensart, "Permiso" zu sagen, wenn man möchte, dass einem jemand Platz macht, zum Vorbeilaufen.

10. Und last but not least: die gute alte Pacha Mama:
Pacha Mama heißt Mutter Erde auf Aymara, einer indigenen Sprache, und deutet auf den Glauben hin, bei dem die Erde als weibliche Gottheit verehrt wird. So wird immer, wenn man Alkohol trinkt, der erste Schluck symbolisch auf den Boden gekippt und der Pacha Mama geopfert. Weiter hat sich dieser Glaube uns noch nicht offenbart, aber jenes Ritual ist doch sehr praktisch, vor allem, wenn man aus Versehen etwas verschüttet und dann noch schnell behaupten kann, dass dies ein Opfer an die Pacha Mama war. Na dann Salud!!

In diesem Sinne, ich hoffe, ich konnte euch mit diesem etwas anderen Blogeintrag einen kleinen Einblick in das Leben in Bolivien geben.

Zum Schluss noch etwas zur aktuellen Situation.
Ja, in La Paz kam es wegen heftigem Niederschlag zu Erdrutschen in 15 Zonen, wodurch ca. 1500 Häuser zerstört wurden. Uns geht es gut, aber viele Familien haben kein Zuhause mehr, darunter auch Kinder aus unserem Projekt. Aus dem Grunde wurde jetzt sogar die legendäre Karnevalsfeier der Fundacion abgesagt und das Geld, das ausgegeben worden wäre, wird jetzt einigen Familien zugute kommen.
Uns geht es soweit aber gut. Wir hatten kurze Zeit kein Wasser, aber sonst können wir uns wirklich nicht beschweren. Schade für die Feier, aber das wird dann in Oruro, beim traditionellen bolivianischen Karneval nachhgeholt.

Liebe Grüße nach Deutschland!!
Verenis!

Sonntag, 13. Februar 2011

Ruhe vor dem Sturm ;)

Hola a toditos,
ich glaube, ich bin euch mal wieder einen Eintrag schuldig, auch wenn es gar nicht so viel zu erzählen gibt. Aber mir fällt doch immer was ein =)!

Bei der Arbeit läuft es zur Zeit besser als je zuvor. Im Moment sind noch nicht so viele Kinder da, weil das neue Schuljahr grad erst angefangen hat, was die ganze Situation etwas entspannter macht.
Dazu kommt, dass wir einige neue Kinder haben, die frischen Wind in die Bude bringen.
Da wäre dann klein Diego, der Anna und mich jeden Tag aufs neue zum lachen bringt, bis uns die Tränen kommen. Jede halbe Stunde wirft er einem an den Kopf, wie sehr er einen lieb hat und dazu gibt es dann meistens ein Küsschen oder eine Umarmung. Selbst der Hermana sagt er das, mit dem Anhang, er habe sogar die Chinesen lieb!! Zu goldig!
Apropos Hermana.. ich weiß nicht, was mit dieser Frau los ist, aber sie ist ungewöhnlich gut drauf in diesen Tagen. Sogar Annas und meine "Androhnung", dass wir bald Urlaub nehmen werden ließ sie kalt, wo sie doch sonst immer darauf besteht, dass mindestens eine von uns beiden da ist. Solange wir nicht an unseren Geburtstagen reisen würden, wär alles gut, schließlich müssten wir ja feiern.
Insgesamt ist das Arbeitsklima in der Equipo zur Zeit wirklich angenehm. Auch Justo, der neue Kollege, ist ein lustiger Zeitgenosse und wir haben wirklich viel Spaß... este Justoooo (man beachte die Betonung, nicht wahr, Anna? ;) )


Im Moment lässt sich außer von der Arbeit gar nicht so wirklich viel berichten, aber das wird sich bald ändern.
In 2 Wochen kommen Annas Papa und Onkel zu Besuch und dann werden wir erstmal eine 3-Tagestour durch die Salzwüste machen und dann ist auch schon Karneval.. wer freut sich nicht auf die berühmte Karnevalsparty der Fundacion, wo jedes Projekt sich zu einem Thema verkleidet und etwas vorführt. Aufgepasst, hier kommt Chaos-Apoyo!! Da werden noch lustige Fotos entstehen (sowieso müsste ich mal wieder Fotos hochladen... solange empfehle ich immer noch Annas Blog weiter...)
Dann nicht zu vergessen das Highlight im März: Shakirakonzert in Santa Cruz und natürlich im April mein langersehnter Besuch aus Deutschland:)
Jedenfalls wird das wirklich viel in den nächsten Wochen, aber ich freue mich riesig, meiner lieben besten Freundin mein wundervolles La Paz zu zeigen!! :)

Na gut, ich werde jetzt noch den Rest vom Wochenende hier auf meinem sonnenbeschienenen Plätzchen in der Küche und nachher in der Messe genießen, bevor ab morgen wieder die Post abgeht auf der Arbeit.
Mal sehen, ob ich mich die Tage zu einem etwas kreativeren Blogeintrag motivieren kann.
Bis dahin,
Les mando saludos!!
Verenis

Freitag, 21. Januar 2011

Ferienende und Apoyo-Revival!

Bevor ich es demnächst mal wieder nicht schaffe, nutze ich grad mal meine freie Zeit (auch Langeweile genannt), um mal die neusten News aus La Paz City um die Welt zu bringen.
Und ich darf stolz und glücklich mitteilen: Apoyooooo ist zurück :) Jawohl. Die eher öden Ferien (nichts gegen Casa de Paso!!) sind vorbei und es geht in Runde 2!!!
Heute morgen um 9 Uhr gab es das fröhliche Wiedersehen im Casa Esperanza mit allen!! Es war ein schönes Gefühl meine Equipo wiederzusehen. Blöd nur, dass diese Freude ein wenig gedämpft wurde, nachdem alle Projekte ihre Erfolge 2010 und Verbesserungsvorschläge für 2011 vorgestellt hatten und Cristobal, der Chef der Fundacion, uns über Wechsel bezüglich des Personals imformieren musste.
Ich hatte ja schon vorher erwähnt, dass wir wohl einen neuen Mitarbeiter bekommen würden, allerdings war mir damals noch nicht klar, wer. Denn es ist nicht besagter Mitarbeiter aus dem Mädchenheim, sondern ein Educador aus dem Jungenheim, der unsere Sucy ersetzen wird. Einerseits freu ich mich natürlich, andererseits ist es traurig, dass Sucy wechseln muss, weil ich sie wirklich total gern mag und sie oft eine Stütze im "harten Kampf" gegen die Chefin war.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen kam dann ein Experte und hielt einen Vortrag zum Thema "Selbstmotivation" (falls das Wort tatsächlich so existiert). Abgesehen von der Tatsache, dass dieser knapp 4 Stunden dauerte, war es doch recht interessant, wenn auch ziemlich theoretisch und an manchen stellen abwegig ;). Aber gut, irgendwie muss man das Person ja auf Trab halten!!
Am Montag geht es dann in aller Frische weiter im Programm. Zudem ist noch Feiertag (Alasitas) und es wird ein spezielles Mittagessen geben und mal sehen, wie der Nachmittag endet! Bei dieser Fundacion weiß man nie!
Ansonsten ist das Leben in La Paz zur Zeit eher ruhig bis langweilig, weil ein Großteil meiner WG zur Zeit in Santa Cruz auf dem Zwischenseminar ist und wenn nur noch 5 von 12 Leuten da sind, macht sich das schon bemerkbar. Ich bin gespannt, was die anderen von deren Seminar erzählen und genieße jetzt mein Wochenende, in der Hoffnung mich nicht allzu sehr zu langweilen! Und ansonsten habe ich ja jetzt gelernt, wie man sich selbst motiviert =).
Bezüglich der Arbeit ist dies allerdings gar nicht mehr nötig. Ich freue mich auf die nächste Woche, bin gespannt auf den neuen Kollegen und natürlich dann auch auf die Kiddis aus dem Projekt!!!
Also dann, liebe Grüße ins ferne Deutschland!!
Verenis!

Montag, 17. Januar 2011

Halbzeit!!

"Wo sind 6 Monate geblieben? " ... diese Frage stellen wir Volontäre uns in diesen Tagen immer öfter... Wirklich schon ein halbes Jahr Bolivien?
Spätestens auf dem Zwischenseminar wurde (oder wird sich gerade) jeder von uns dessen bewusst.
So machte ich mich wie ungefähr 30 weitere Freiwillige auf den Weg ins warme Santa Cruz, quasi ans andere Ende des Landes.
Am Donnerstag, 6.1.11 in der Früh landeten wir und schon als wir den Flughafen verlassen haben, kam uns die ungewohnt dicke und warme Luft entgegen. Im Kolpinghaus, unserer Unterkunft für eine Woche, lernten wir dann unsere "Kollegen" kennen und wir starteten das Seminar mit einem Kennenlerntag. Die nächsten Tage gingen wir dann weiter ins Detail. Es wurde über die jeweilen kulturellen, politischen, etc Eigenarten der Einsatzländer (Bolivien, Peru, Paraguay und Kolumbien) gesprochen und in Kleingruppen konnte sich jeder genauer mit seiner Arbeit und Lebenssituation auseinandersetzen. Zuerst war ich zugegebenermaßen eher skeptisch (schon wenns ums malen geht, hört bei mir der Spaß auf ;) ), aber nachher habe ich gemerkt, wie interessant und wichtig es ist, einmal einen Blick auf die vergangene Zeit zu werfen, zu überlegen und Unbeteiligten mitteilen zu können, wie man klarkommt und was man gerne noch verbessern würde. Ich habe teilweise durch Schilderungen anderer gemerkt, wie gut es mir eigentlich geht und dass andere noch längst nicht so gut in ihrem Projekt klarkommen. Trotz all der Probleme die meine Chefin mir teilweise beschert, lernt man doch immer wieder das Seinige zu schätzen!
Weitere Highlights waren zum einen der Besuch eines Kinderheims, das im Stil vom SOS-Kinderdorf errichtet wurde sowie der Ausflug aufs Land, wo wir den Tag am Pool genießen konnten.
Trotzdem war ich nach einer Woche froh, wieder nach Hause zu kommen, meinen lieben Mitbewohnern von allem zu berichten und die paar Tage die uns blieben, bis die anderen zu deren Seminar nach Santa Cruz fliegen würden, mit ihnen zu verbringen.
Am Freitag ging es dann im Projekt weiter: wir machten einen kleinen Ausflug mit den Jungs zu einem Haus, das sich eher außerhalb von La Paz befindet. Der Plan war, dort zu übernachten, aber mir machte die Höhe doch etwas zu schaffen und so bin ich früher nach Hause gefahren, um mich auszuruhen. Und jetzt bleiben nur noch 2 Ferientage, bis wir am Donnerstag alle gemeinsam mit der Planung für das Jahr 2011 anfangen. Ich freue mich, meine Kollegen vom Apoyo wiederzusehen und bin gespannt, was das neue Jahr alles für Überraschungen mit sich bringt.
Apropos, ich glaube dies ist sogar mein erster Blogeintrag im neuen Jahr. In dem Sinne:
euch allen viel Glück fürs neue Jahr.. que dios les bendiga , wie man hier sagen würde.
Ich für meinen Teil werde dieses halbe Jahr, das mir bleibt, genießen so gut es geht (auch wenn 2 gute Freunde von mir sich leider für immer von La Paz verabschieden werden... )... die Zeit wird schneller vorbei sein, als es mir vielleicht lieb ist.. besser ich verschwende meine Zeit nicht mit frühen Abschiedsgedanken.. das kann warten.
Auf jeden fall werde ich mich bemühen in Zukunft mehr zu berichten!!
Viele Grüße, hasta luego!
Veri